

Streuobstwiesen spielen im Ermstal, in unseren Schutzgebieten und damit für unsere Ortsgruppe ganz generell eine große Rolle. So sind z.B. viele Nisthilfen an Streuobstbäumen angebracht. Deshalb finden Sie an dieser Stelle einige interessante Informationen zum Schutz des Lebensraums Streuobstwiese.
Im Vorland der Schwäbischen Alb liegt das mit rund 30.000 Hektar größte Obstanbaugebiet Europas. Auf den Streuobstwiesen finden sich noch über 3.000 alte Regionalsorten, die ein wichtiges Reservoir für den Genpool der Kulturäpfel darstellen.
Ingrid Eberhardt-Schad vom NABU Baden-Württemberg bringt es auf den Punkt:
„Mit ihrer Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sowie alten Obstsorten gehören diese Streuobstwiesen zu den Top-Lebensräumen für seltene und gefährdete Arten wie Wiedehopf, Halsbandschnäpper und Wendehals. Diese wichtige Kulturlandschaft zu erhalten ist ein zentrales Ziel.“
Viele Informationen rund um das Thema Streuobst hält der NABU im Internet bereit:
Unser schwäbisches Streuobst ist ein hochwertiges und vielfältig verwendbares Lebensmittel:

Saft und Most aus eigenem Obst:
Im Ermstal, im Kreis Reutlingen und in den Nachbarkreisen gibt es viele stationäre und (wenige) mobile Mostereien, die Saft aus Ihren eigenen Äpfeln, Birnen und Quitten pressen. Wenn Sie eigene Streuobstbäume besitzen: Nutzen Sie diesen Service!
Mobile Mostereien kommen auch direkt zu Ihnen auf die Wiese und verarbeiten Ihr Obst zu Saft.
„Mosttrinker sind Naturschützer“ - dieser Spruch hat es auch auf Gläser und Aufkleber im Vertrieb des NABU geschafft.
Hartnäckig hält sich die Meinung, dass Misteln rar und "wertvoll" seien. Fakt ist dagegen, dass Misteln Halbschmarotzer sind, die den Wirtsbaum durch Entzug von Wasser und Nährstoffen erheblich schädigen und bei übermäßigem Befall sogar zum Absterben bringen.

Misteln stehen NICHT unter Naturschutz!
Misteln verbreiten sich hauptsächlich durch Vögel. Diese lassen sich auf Misteln nieder, um die Früchte zu fressen. Die schleimig-klebrigen Früchte bleiben am Vogel haften und werden so von Baum zu Baum weitergetragen. Den Beginn eines Mistelbefalls bemerkt man kaum. Darum sollte man genau hinschauen und die Bäume aufmerksam kontrollieren!
NABU-Tipp:
Schneiden Sie Misteln möglichst sofort nach Erkennen großzügig aus dem betroffenen Ast. Die Wurzeln der Misteln reichen leider weit in die holzige Umgebung. Wird zu kurz ausgeschnitten, wachsen Misteln wieder nach!
Fotos: Heino Pauly/NABU Metzingen
Zur Eindämmung von Schäden durch Mäuse kommt dem Mäusebussard eine zentrale Rolle zu. Der Mäusebussard ernährt sich überwiegend von Feld- und Wühlmäusen. Diese erbeutet er energiesparend durch die sogenannte Ansitzjagd. Geduldig wartet er auf erhöhter Stelle, bis er die Beute erspäht und sie dann in einem kurzen Jagdflug greift.

Dies lässt sich unterstützen, indem man dem Mäusebussard eine geeignete Warte für seine Ansitzjagd bietet. Locken Sie den großen Greifvogel in Ihren Garten oder Ihr Grundstück, indem Sie Ansitzstangen (sogenannte „Julen") aufstellen. Sie helfen damit auch dem Mäusebussard.
Und das geht ganz einfach - mit geringem Zeit- und Kostenaufwand:
1 x Rundstange, ca. 3-4 m lang, Durchmesser ca. 5 cm
1 x Querstange, ca. 30 cm lang, Durchmesser ca. 3–5 cm
1 x lange Schraube
Spitzen Sie die Stange unten an und schrauben Sie die Querstange auf die Rundstange. Graben Sie ein tiefes Loch und setzen Sie die Stange ein. Erde festdrücken – fertig!
NABU Tipp:
Wenn Sie schon dabei sind, bringen Sie doch gleich 2 oder 3 Ansitzstangen an! Der Mäusebussard wird es Ihnen danken.
Die metallisch glänzenden Knopfaugen und die durchsichtigen grazilen Flügel mit grünen Äderchen sind die Merkmale der gemeinen Florfliege. Wegen ihrer enormen Bedeutung als Nützling wurde die Florfliege 1999 zum ersten „Insekt des Jahres“ gewählt.

Und das steht auf dem Speiseplan:
Die Larven der Florfliegen sind räuberisch und erbeuten insbesondere Blattläuse sowie kleine Raupen, Wollläuse und Spinnmilben. Eine Florfliegenlarve kann innerhalb ihrer zweiwöchigen
Entwicklungsphase 400 bis 500 Blattläuse vertilgen. Diese Leistung hat der Florfliege den Beinamen "Blattlauslöwe" eingebracht!
Unterstützen können Sie die Florfliege durch Anbringen eines Florfliegenhäuschens.
Florfliegen überwintern als ausgewachsene Tiere und benötigen daher in den Wintermonaten ein schützendes Quartier. Ein solches kann der Mensch in Form eines Holzkastens zur Verfügung stellen,
welcher in einer Höhe von anderthalb bis zwei Metern windabgewandt angebracht wird.
Nähere Informationen finden Sie hier:
www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html
Zur Gruppe des NABU Metzingen gehören zwei Obstbaum-Schnittexperten, die ihr Fachwissen in Kursen an Interessierte weitergeben. Baumschnittkurse finden stets von November bis März statt.
Kontakt:
Detelf Schollmeier
(ehemals Städtischer Obstbau Metzingen)
Telefon: 07121 / 1372237
Rolf Frey
Telefon: 01573 /249 08 64 (nach 18 Uhr)
E-mail: [email protected]
Egal, ob selbst gebaut oder als fertiges Produkt gekauft: Nisthilfen für Vögel (Höhlen- und Halbhöhlenbrüter), Fledermäuse und Insekten dürfen auf keiner Streuobstwiese fehlen!
Nähere Informationen finden Sie hier:
Angebote aus der NABU-Werkstatt