Schutzgebiete - Hintergrund

Geschichte

In den 1980er-Jahren hat die Stadt Metzingen durch ein Fachbüro ein Biotopkonzept erstellen lassen. Die NABU-Gruppe Metzingen brachte sich u.a. mit langjährigen Bestandskartierungen fachlich ein. In der Folge wurden die Naturlebensräume für Tiere und Pflanzen auch tatsächlich geschaffen. Im Bereich des Glemser Stausees sind natürliche Lebensräume entstanden – zu nennen sind hier insbesondere die Schutzgebiete „Schmiedstobel“ und „Steuchenteich“. 


Die Schutzgebiete wurden miteinander vernetzt und als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen. Die NABU-Gruppe Metzingen hat seither die Biotope gepachtet und übernimmt zusammen mit der Stadtverwaltung kontinuierlich die fachmännische Pflege. 

Foto: NABU Metzingen
Foto: NABU Metzingen

Wie alles begann ...

 

Der Schmiedstobelsee zur Zeit seiner Entstehung. Von der üppigen Vegetation heutiger Tage ist noch nichts zu sehen.


Motivation und Nutzen

Als Biotope bezeichnet man in der Biologie bestimmte abgrenzbare Lebensräume. Die Natur soll in diesen Gebieten Vorrang haben. Für Tiere stehen Schutz und Nahrungsaufnahme im Vordergrund, Pflanzen sollen sich ungestört entwickeln können. Das ausgedehnte Netz an verschiedenartigen Lebensräumen mit seinen Korridoren als Verbindungselemente fördert auch einen genetischen Austausch der Populationen. Den Menschen bieten die Schutzgebiete ein besonderes heimisches Naturerlebnis.

 

Das Netzwerk für die Artenvielfalt findet inzwischen seine Fortsetzung. Das Land Baden-Württemberg will bis 2030 rund 15 % seines Offenlandes in einem Biotopverbund zusammenfassen, um dem Artenrückgang entgegenzuwirken. Dabei werden 90 % der Kosten über eine Förderung des Landes abgedeckt - mit fachlicher Begleitung des Landschaftserhaltungsverbands Reutlingen. Die Erstplanung wurde inzwischen von einem Fachbüro aktualisiert.  


Lebensraum

Unsere Schutzgebiete unterhalb des Glemser Stausees sind ein mit Hecken und Sträuchern umgebener Raum mit einem großen und zwei kleineren Seen. Die umgebenden Wiesen wurden durch Pflanzung von hochstämmigen Bäumen alter Apfelsorten ökologisch aufgewertet. Verschiedene Kleinbiotope (Trockenmauern, Streuobstbau, Wiesen) erhöhen die Vielfalt der Möglichkeiten zur Ansiedlung von Vögeln, Amphibien, Insekten und anderen Tieren.


Als Deckung und Schutzfläche wurden mehrere hundert einheimische Sträucher gesetzt. Eine durchgehende Hecke bildet die Verbindung zwischen den Teilgebieten. Brombeeren und Himbeeren werden als Einfriedung des Geländes und als Nahrung (Blüte, Frucht, Blätter) erhalten. 
Trockenmauern, eine Rebhuhnschütte und Sitzstangen für Greifvögel ergänzen die Anlage zu einem vielfältig genutzten Lebensraum. Altgras wird als Brutplatz für Rotkehlchen oder Rebhuhn sowie als Unterschlupf für Reptilien, Käfer, Igel etc. erhalten. 


Nahrung

Eine wichtige Aufgabe übernehmen Sträucher wie z.B. Holunder, Kornelkirsche, Pfaffenhütchen, Weißdorn, Schwarzdorn oder Schneeball. Sie bieten in der Blüte Nektar für Wild- und Honigbienen, Hummeln und sonstige Insekten. Die Früchte wiederum sind eine unverzichtbare Nahrung für unsere heimischen Vögel - v.a. auch im Winter. Das gleiche gilt für unsere Obstbäume auf den Streuobstwiesen. 
  
Brombeeren und Himbeeren sind Spätblüher. Deren Nektar ist besonders wichtig für alle Insekten. Über die Früchte freuen sich die Vögel und über die Blätter die Rehe.


Ruhezone

Das Gebiet ist als Ruhezone zu betrachten, um die Ansiedlung von zum Teil scheuen Tieren wie z.B. Reh, Feldhase, Wiesel, Frosch, Eidechse, Ringelnatter, Eisvogel, Neuntöter, Zaunkönig, Rotkehlchen, Blässhuhn oder Enten zu ermöglichen. Deshalb darf das Gebiet nicht betreten werden, jegliche Störungen sind zu vermeiden. Beobachtungen können vom Wegrand aus gemacht werden. Am Schmiedstobelsee steht ein Hochsitz zur Verfügung, von dem aus der See eingesehen werden kann.

Foto: Albert Brodbeck/NABU Metzingen
Foto: Albert Brodbeck/NABU Metzingen

Der Hochsitz am Schmiedstobelsee erlaubt einen Blick auf das Gewässer, ohne die Ruhezone zu betreten.


Pflegemaßnahmen

Die Sicherstellung der Betreuung ist für die Ortsgruppe Metzingen ein zentrales Anliegen.


Für die Heckenpflege und den Holzeinschlag werden im Winterhalbjahr mehrere Arbeitseinsätze durchgeführt. Bei den Hecken erfolgt in der Ruhephase eine Verjüngung durch „auf den Stock setzen“ mit der Motorsäge. Meist werden im stimmigen Verhältnis zur Gesamtlänge „Fenster“ geöffnet. Das Schnittgut wird von den Aktiven der Ortsgruppe für den Abtransport durch den Bauhof Metzingen vorbereitet. Am Ende des Prozesses erfolgt eine Verwertung in der Hackschnitzelanlage.

 

Auch die Obstbäume müssen einmal im Jahr einem Pflegeschnitt unterzogen werden. Die Wiesenmahd wird erst später im Jahr durchgeführt (nach dem sonst üblichen 1. Heuschnitt). An dem nachwachsenden Gras überwintern dann verschiedenste Insektenarten und Spinnen. Ferner finden Käfer und Amphibien einen Schutz und Unterschlupf. 

Foto: NABU Metzingen
Foto: NABU Metzingen

Unsere Aktiven packen an beim Arbeitseinsatz in den Schutzgebieten.