Igelhilfe - aber richtig!

Im Winter halten Igel einen Winterschlaf. Sie suchen bei Nahrungsmangel und Bodentemperaturen um 0° C ein Winterquartier auf. Erwachsene Igel wiegen je nach Jahreszeit und Geschlecht im Durchschnitt 1.000 Gramm.
Foto: NABU Rinteln, K. Büscher

Winterschläfer lieben naturnahe Gärten

 

 Unsere stacheligen Vierbeiner können Sie schützen, indem Sie eine naturnahe Gartengestaltung bevorzugen und damit das ganze Jahr über für einen geeigneten Lebensraum sorgen. Wie viele andere Arten zieht es auch Igel aus der ausgeräumten Landschaft zunehmend in menschliche Siedlungen. Hier finden sie in naturnahen Gärten und Parkanlagen Lebensraum, Nahrung und Unterschlupf. Die Insektenfresser sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie verzehren hauptsächlich Laufkäfer, Larven, Insekten und auch Regenwürmer, Schnecken usw.

Fakt ist, ihre Hauptnahrung, Käfer verschwinden mehr und mehr aus der Natur und es wird für sie immer schwerer, draußen geeignete Nahrung zu finden. Zu viele oder nur noch Schnecken und Regenwürmer machen den Igel krank. Beide sind Träger von Parasiten, die sich im Igel zur Würmern entwickeln und schwere Krankheiten an Lunge und Darm auslösen - dies führt bis zum Tod, wenn dem Igel nicht geholfen wird.

Im Herbst sind Tierfreunde oft verunsichert, ob sie scheinbar hilflose Igel in ihre Wohnung aufnehmen sollten.

 

Igel sind hilfsbedürftig, wenn:

  • sie krank oder verletzt sind, das heißt wenn Igel lahmen, torkeln, sich bei Berührung nicht einrollen, übersät von Parasiten sind , offen sichtbare Verletzungen haben oder bluten.
  • Jungigel Anfang November weniger als 500 Gramm wiegen.
  • Achtung: Igel bei sichtbaren, offenen, blutenden Wunden sofort zu einem Tierarzt/Tierklinik bringen
  • sie tagaktiv sind (meistens sind sie dann abgemagert, haben hervorstehende Hüftknochen, einen schmalen Hals, eingefallene Augen)
  • sie nach Wintereinbruch tagsüber herumlaufen (sie haben kein ausreichendes Fettpolster anfressen können)
  • wenn sie vor dem warmen Frühjahr, also vor Ende März tagsüber rumlaufen, (dann ist ihr Fettvorrat für den Winterschlaf aufgebraucht und sie finden draußen noch keine Nahrung)

Sie können  kranke oder verletzte Tiere zu einem Tierarzt bringen. Bitte fragen Sie nach ob der Tierarzt Igelerfahrung hat. Igel werden dort in der Regel kostenlos behandelt. Viele Tierheime nehmen übergangsweise Igel auf.

Ansonsten gilt für hilfsbedürftige Igel, mit ein bißchen Engagement und gutem Willen kann jeder Finder selbst einen Igel auf Zeit versorgen. Und das geht ganz einfach so:

  • Basis-Fütterung ist mit Katzennassfutter mit einem hohen Rohfleischanteil zum Beispiel von ANIMONDA mit über 65%, sowie Igel-Trockenfutter der Marke CLAUS, weiter Katzentrockenfutter für kleine Igel Babykatzen-Trockenfutter (die Bröckchen sind viel sind viel kleiner) für große Igel normales Katzentrockenfutter
  • darüber hinaus freut sich jeder Igel über Rührei, nur mit Wasser ohne Öl aus einer Antihaftpfanne und über gekochtes Hühnerfleisch und die Knochen.
  • niemals Speisereste und Gewürztes geben
  • als Getränk Wasser oder ungesüßter Fenchel- oder Kamillentee (mit einer Plastik- Einwegspritze - ohne Nadel)
  • niemals Milch reichen (Milch führt zu Blähungen  und dadurch bis zum Tod)!
  • Ein Gehege aus einem Pappkarton oder Plastikwanne ca. 50 x 70 cm und 50 cm hoch oder größer, dick ausgelegt mit Zeitungen. (Wird der Igel größer, kann ein weiterer Karton angebaut werden)
  • weiter ein Schlafhäuschen ca. 30 x 20 x 20 cm mit einem Eingangsloch ca. 10 x 10 cm, ausgelegt mit Zeitungen und Füllmaterial zerrupfte Zeitungen, Zewa und Klopapier.
  • gut waschbare Schälchen, niedrig, schwer, nicht kippbar, fürs Futter (trocken/nass) und Wasser
  • Zeitungspapier täglich wechseln. Wer auch noch unterm Tag Kot entfernen kann, um so besser.

Ein Igel, der richtig ernährt wird und ein gepflegtes Gehege hat stinkt nicht! Wir wollen an dieser Stelle mit dem uralten Gerücht aufräumen!

 

Ein kalter, frierender Igel frisst nicht, deshalb:

  • unterkühlte Igel auf eine handwarme handtuchumwickelte Wärmeflasche legen
  • erholt sich der Igel nicht innerhalb einiger Stunden, sollten Sie so bald wie möglich einen Tierarzt ein Tierheim oder eine Igelstation aufsuchen
  • gesunde Igel umgehend freilassen, möglichst an der Stelle an der Sie ihn gefunden haben - wenn dies als ein ungefährlicher Ort einzustufen ist.

Beratung und Hilfestellung zum Selbstversorgen eines Igels bekommen Sie sehr gerne von Waltraud Hoyer, Telefon 07127 / 31917 oder Mail an waltraud.hoyer@gmx.de

 

Empfehlenswert sind die Internet-Seiten:

www.pro-igel.de