Krötenwanderung

 Foto: Nabu / Jonathan Fieber
Foto: Nabu / Jonathan Fieber

Wegen des ungewöhnlich harten Spätwinters wandern die Lurche in diesem Jahr später als sonst zu ihren Laichgewässern. Erst wenn die Nachttemperaturen einige Zeit wenige Grad über Null liegen und die Erde feucht ist, erwachen Kröten, Frösche, Feuersalamander und Molche aus der Winterstarre und machen sich auf in Richtung ihrer Laichgewässer. Auf dem Weg dahin müssen die Amphibien in manchen Fällen Strecken von mehreren Kilometern zurücklegen und sind dabei vielerlei Gefahren ausgesetzt. Der Grund für diese Wanderung ist der Trieb, den Laich nur an ihrem jeweiligen Geburtsort abzusetzen.

 

Gefährlich sind vor allem Straßen und Wege, die die Tiere überqueren müssen. Das Risiko, dabei überfahren zu werden, ist sehr hoch. Sie sterben selbst dann, wenn sie nicht direkt unter die Räder geraten. Ab Tempo 30 erzeugt ein Kraftfahrzeug einen so großen Luftdruck auf der Straße, dass die inneren Organe der Kröten und Frösche platzen und deren grausamen Tod zur Folge haben. Wer also meint, sie zu schonen, indem er die Tiere zwischen die Räder nimmt, irrt. Naturfreunde sollten deshalb Straßen- und Wegabschnitte, auf denen in der fraglichen Zeit mit Amphibienwanderungen zu rechnen ist, vor allem nachts möglichst meiden und wenigstens auf Fahrwegen Tempo 20 nicht überschreiten. Im Großraum Metzingen zum Beispiel die Verbindungsstraße zwischen Neuhausen und dem unteren Glemser Stausee sowie einzelne Streckenabschnitte der Kreisstraße 380a im Bereich Hardtsiedlung – Glems - Eningen. Leider werde auch der Nefenlohweg, der nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge frei ist, von vielen Gassifahrern benutzt. Diesen Weg überqueren im hinteren Bereich 1000 bis 2000 Amphibien in einer Saison. In der Vergangenheit sind viele dabei überfahren worden.

 

 

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Bereich des Neuhäuser Hofbühls. In Dettingen sind es vor allem die Wege am Sommerberg, die von den Amphibien überquert werden müssen. Dabei wären doch gerade auf Wegen die meisten nächtlichen Fahrten vermeidbar.